Der Milchprinz – Die tragische Reise einer Gruppe Berner Aristokraten in den Goldauer Bergsturz

(9 Kundenrezensionen)

29.50CHF

Spätsommer 1806. Eine illustre Gesellschaft von 13 Personen, mehrheitlich aristokratischer Herkunft, bricht von Schloss Brestenberg bei Hallwyl auf, um eine sorgfältig geplante Lustreise auf die Rigi zu unternehmen. Mit von der Partie sind junge Leute, Schüler Pestalozzis sowie Damen und Herren bekannter Familien wie der von Steiger, von Wattenwyl, von Diesbach und May. Rudolf von Jenner, 37, von seinen Freunden ‚Milchprinz‘ genannt, führt als Expeditionsleiter Tagebuch. Das Wetter ist schlecht, das Barometer sinkt ständig, der Regen will nicht aufhören. Trotzdem macht sich die Gruppe gut gelaunt auf den Weg, zu Fuss und zu Pferd, mit Kutsche, viel Gepäck und Parapluies.

Am 2. September 1806 gegen 17.00 Uhr donnern vom Rossberg im Kanton Schwyz an die 40 Millionen Kubikmeter Fels, Steine und Erde 1000 Meter tief zu Tal und verschütten innert kurzen drei Minuten Goldau samt zwei weiteren Dörfern mit insgesamt 457 Menschen und 323 Stück Vieh. 111 Wohnhäuser, 220 Ställe und Scheunen, Kirchen und zwei Kapellen werden zerstört. Die Dörfer Goldau und Röthen sind komplett verschwunden, und der Lauerzersee hat sich um ein Siebtel seiner Fläche verkleinert. Der verheerende Bergsturz von Goldau geht in die Geschichte ein als eine der grössten Naturkatastrophen der Schweiz jener Zeit.

Unter den Toten befinden sich auch sieben Personen der Berner Reisegruppe, darunter der «Milchprinz»!

Der vorliegende historische Roman, ergänzt von Augenzeugenberichten, beleuchtet ausser dem  Unglück den Zeitgeist der frühen Romantik und die persönliche Geschichte der Reiseteilnehmer in einer Epoche gesellschaftlichen Wandels vor dem Hintergrund des politischen Umsturzes von 1798, der die Aristokratie wenige Jahre zuvor hart getroffen hat.

 

136 Seiten
Hardcover gebunden
1. Auflage November 2020
Satz und Cover: Stefan Wegmüller, atelierste.net, Basel

Zur thematisch verbundenen Hintergrundarbeit “Sie wollen Menschen werden”

Artikelnummer: 978-3-9524378-8-9 Kategorie: Schlagwörter: , , ,

9 Bewertungen für Der Milchprinz – Die tragische Reise einer Gruppe Berner Aristokraten in den Goldauer Bergsturz

  1. Felix Rübel, Zürich

    Die beiden Bücher “Der Milchprinz” und “Sie wollen Menschen werden” haben mir dank den sehr persönlichen Geschichten junger Menschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine neue Lebenswelt erschlossen, die so anders war als heute: entschleunigt und wenig zielgerichtet nach heutigen Kriterien. Nicht Geld und Karriere standen im Vordergrund, vielmehr das Philosophieren und sich als Mensch gesamtheitlich weiterentwickeln, zumindest für das wohlsituierte Bürgergtum. Bereits im späteren 19. Jahrhundert, nach dem Einzug der industriellen Revolution in der Schweiz, hatte sich der Fokus grundlegend geändert, harte Arbeit und der persönliche, berufliche Erfolg waren neu was zählte.
    Dank der geschickten Auswahl der Briefe und Tagebucheinträge sowie seinen spannenden und sprachlich eleganten Ergänzungen schafft es Werner Adams selbst an und für sich belanglose Geschichten in eine spannende und genussreiche Lektüre zu verwandeln. Vielen Dank!

  2. Benedikt

    Hab besten Dank, dass ich dein Buch zum Milchprinzen lesen durfte. Ich habe mich dabei sehr für diese spannende Zeit der Umbrüche und Neuordnungen interessiert, für die verschiedenen politischen, philosophischen und künstlerischen Ansichten und Positionen, die da aufeinandertreffen. Fast war ich ein wenig traurig, dass es diese Kultur des „intellektuellen“ Austauschs, des Streits im besten Sinne, heute kaum mehr gibt bzw. ich bislang noch nicht Teil eines solchen war. Vielmehr geht es heute – auch gerade im Studium – vielmehr um Leistung als um wirkliches inhaltliches Auseinandersetzen und Position-Beziehen. Dass das gerade auch eine gesellschaftliche Aufgabe der jungen Menschen ist, wird in deinem Buch sehr deutlich. Nur wer jung beginnt, sich wirklich Gedanken zu machen und die Mühe, diese zu formulieren und zu vertreten, wird das im Laufe seines Lebens auch weiterhin können und so Wesentliches zu einem Gemeinwesen, das nicht irgendwann vor Smartphone und Flimmerscheibe kapituliert, beitragen.

    Du siehst, die Lektüre hat einiges angestoßen bei mir. Gleichsam ist es ein Buch, das fordert und sich nicht einfach so „herunterliest“. Dass es streckenweise wenig dramaturgische Handlung und viele unterschiedliche Personen gibt, verlangt nach einem aufmerksamen und wachen Lesen, was ich aber als sehr erfrischend betrachtet habe. Die immer wieder sehr poetischen Bilder und Metaphern (Novalis, Jena, Weimar – die blaue Blume, wie schön!), die ich ja immer wieder an deinem Schreiben bewundere, machen sich darin sehr gut und haben mich jedes Mal erfreut.

    Eine schöne Lösung ist auch die Rahmung der Geschichte durch die beiden Wanderungen – mit jeweils unterschiedlichem Ende. Eine Stelle, die mir besonders gut gefallen hat: Das Imaginieren der noch nicht stattfindenden Soiree und das Wandeln durch die Räume in freudiger Erwartung 🙂 Ein schöner Einfall!

    Ich drücke dem Milchprinzen alle Daumen und hoffe sehr, dass es ein Erfolg wird!

  3. Anette Laux, Berlin, 6.Februar 2021

    Ich schließe mich allen vorangegangenen Worten des Lobes an. Wir als Preußen haben nur selten die Gelegenheit, schweizerischen Dialekt (zumal historischen) zu lesen. „Der Milch-Prinz“ war daher eine neue sprachliche Erfahrung. Eine tragisch endende spannende Geschichte, deren schweizerischen Hintergrund ich durch das Internet für mich noch veranschaulichen konnte. So habe ich mir Schloss Brestenberg angesehen, um mir vorstellen zu können, wie die Reisegesellschaft im Festsaal des Schlosses den Abend verbrachte, und Fotos von Schloss Hallwyl, einem der bedeutendsten Wasserschlösser der Schweiz. Auch Bilder der Kirche in Sarmenstorf, in der die Wandergruppe wegen des schlechten Wetters Halt machte, habe ich gefunden. Von den durch den Bergrutsch verschütteten Orten Goldau, Lauerz, Busingen und Röthlen scheinen nur die ersten beiden überdauert zu haben. Die ganz glaubhaft geschilderten gesellschaftlichen Verhältnisse und Umgangsformen haben sich in den vergangenen zweihundert Jahren offenbar gewaltig geändert.
    Lieber Werner, wir haben uns auf einer Reise kennen gelernt und du hast mit diesem Buch wieder meine Reiselust geweckt. Vielleicht ist irgendwann diese Gegend mein Reiseziel, allerdings mit Handy, GPS, wetterfester Kleidung und Wanderschuhen!

  4. Robert Bossart, Brütten

    Ich möchte Dir ganz herzlich gratulieren zu Deinem spannenden und schönen Buch “der Milchprinz”. Ich habe es mit grossem Interesse und viel Freude gelesen.
    Es ist schön zu beobachten wie sich gut-situierte Leute im beginnenden 19. Jahrhundert gefühlt und gelebt haben. Die schwärmerischen Vorstellungen, die beginnenden Ideen für ein neues Bürgertum, das bequeme Leben mit Bediensteten und die Diskussionsfreude und Abenteuerlust der Beteiligten.
    Schön auch wie die Geschichte aus einem lockeren Beginn beschleunigt und in einem turbulenten Schluss aufgeht.

  5. Margaretha Wyss-Zaugg

    Nun habe ich Dein Buch “Der Milchprinz” gelesen und es gibt erneut auch in diesem Werk sehr viele Stellen, die kann kein anderer so gut beschreiben wie Du.
    Etwas erstaunt war ich natürlich, dass auch Du die Rigi – notabene mein Lieblingsberg – in Deinem Werk hast. In meinem vierten Buch – das schon ziemlich weit gediehen ist – geschieht auch ein Unglück auf der Rigi. Ich reise sehr oft zu diesem einmaligen und wie mir scheint – spirituellen Berg.
    “Der Milchprinz” – einfach hervorragend! Du weisst, das ist nur eine Meinung, aber eine echt ehrliche.

  6. D.B. Zürich

    Ich habe damit begonnen, die ganze Geschichte nochmals zu lesen. Es ist wirklich ein Genuss!! Die begleitende historische Broschüre ist eine tolle Idee, um der Leserschaft zusätzliche Informationen zu geben. Ich kann mir vorstellen, wie viel Zeit und Arbeit es dir gekostet hat, dieses Werk ans Licht zu bringen. Es hat sich aber absolut gelohnt. Meiner Meinung nach, es ist eines der besten Bücher die ich von dir gelesen habe! Du hast es geschafft, das vorhandene historische Material mit deiner Dramaturgie zu kombinieren, ohne deswegen den Einblick in eine hochspannende Epoche zu vernachlässigen. Was für eine Leistung, Gratuliere!

  7. Kurt G. aus Zürich

    Ich möchte Dir aufrichtig gratulieren für die Genauigkeit und die spannende Weise, mit welchen Du diese Verbindung zwischen Berner und „Jenaer“ Aristokratie zu Beginn des 19. Jahrhunderts erzählst. Und zum Teil erst noch im ursprünglichen Dialekt. Da ich, als Dein Buch eintraf, mich wieder einmal voll mit Rousseau beschäftigte, bin ich jetzt erst auf der 49 des „Milchprinz“. Nicht nur ein geschichtliches, sondern ebenso ein philosophisches Lehrstück. Un grand bravo Werner!

  8. Christine E., Zürich

    Ich habe das Buch “Der Milchprinz” in einem Schnurz gelesen und fand es sehr lesenswert. Es ist wirklich beeindruckend, wie du die damalige Zeit beschreiben kannst und der Schreibstil jener Epoche entspricht. Spannend fand ich auch die verschieden Persönlichkeiten und Diskussionen an der Soirée. Die Atmosphäre der ‘gehobenen’ Gesellschaft kam hervorragend zum Ausdruck.
    Für mich ist es auch gut nachvollziehbar, dass die Reise wegen schlechten Wetters nicht abgesagt worden ist, denn wenn man an all die Vorbereitungen denkt …….

    Dein sprachlicher Ausdruck finde ich beneidenswert. Gerne würde ich von dir folgende Bücher bestellen: “Ich war nie, wie ich hätte sein sollen”, “In einem kalten Land” und “Das verlorene Leben der Anna Maria Flückiger”.

  9. Erika Graf, Thun

    Gerne möchte ich wiederum Ihre Neuerscheinung erwerben, und zwar 2 mal das Buch ‘Der Milchprinz’ und 1 mal PDF ‘Sie wollen Menschen werden’.
    Ich bin sehr gespannt auf Ihren Roman und die Arbeit des geistig-kulturellen Austauschs von Bern und Jena.

    Ihr letztjähriger Roman habe ich mit Spannung über die Weihnachtszeit gelesen und mich in frühere Zeiten verführen lassen. Ja, der ‘Gehri’ ist schon ein phantasievoller Kerl….! Ausserdem konnte ich über unsere Heimatgeschichte und auch -geographie etwas lernen, was ich als sehr bereichernd empfunden habe.

    Wiederum danke ich Ihnen sehr, dass Sie ein Schriftsteller sind. Was würden wir tun ohne Sie? Ich beneide Sie um Ihr Talent und Können eine Geschichte zu erfassen, die spannend zu lesen ist und integriert einen historischen Hintergrund beinhaltet. Da steckt viel Arbeit dahinter.

    Auf jeden Fall freue ich mich auf die Lieferung des neuen Buches.

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