Rudolf König, Unspunnen und die heile Welt

(1 Kundenrezension)

29.50CHF

Artikelnummer: 978-3-9525627-0-1 Kategorie: Schlagwörter: , , , , , , , ,

Beschreibung

Neun Jahre sind seit dem 1. Unspunnen-Fest von 1805 verflossen – Vergessen sind die Ideale von Gleichheit und Brüderlichkeit, von der Annäherung von «Oben» und «Unten», von der Gleichberechtigung von Stadt und Land.

In diese Zeit und in dieses Umfeld kehrt im Juli 1814 der 24-jährige Kunstmaler  Georg Rudolf König in die Schweiz zurück, nachdem er sich vier Jahre bei Jacques-Louis David in Paris hat ausbilden lassen. Die Lage in Frankreich war nach dem Sturz Napoleon zu unsicher geworden..

Rudolf lässt sich in Unterseen bei Interlaken nieder, dem Ort, wo er mit seinen Eltern und Geschwistern die Jugend verbracht hat. Dort gerät er in die Wirren des Oberländer Aufstandes gegen die reaktionären Kräfte in Bern. Er beteiligt sich an einer Petition an den Rat mit der Forderung von Gleichstellung von Stadt und Land und dem Verzicht Berns auf die Waadt und den Aargau.

Die Folgen sind eine Welle von Verhaftungen und die militärische Besetzung von Thun, Interlaken und anderen Teilen des Oberlands. Mit anderen Patrioten. erhält der junge König eine Zuchthausstrafe. Im Gefängnis erkrankt er schwer. Das Urteil wird daraufhin auf strengen Hausarrest gemildert, und er verbringt sechs Monate in Bümpliz im Krankenbett. In langen Gesprächen setzt er sich mit seinem Vater, ebenfalls ein Kunstmaler, über die gesellschaftlichen Verhältnisse in seiner Heimat und die Aufgabe der Kunst in der Politik auseinander.

Doch die Krankheit nimmt einen unglücklichen Verlauf. Rudolf König stirbt im Juni 1815, erst 25-jährig, als unvollendeter Künstler.

(Das Buch kann ab sofort bestellt werden – die Lieferung erfolgt ab 1.9.22)

1 Bewertung für Rudolf König, Unspunnen und die heile Welt

  1. Benedikt Arnold

    Nun hatte ich endlich auch Zeit dein Manuskript zu lesen und ich bin sehr froh, dass ich die Ehre hatte.
    Es ist wirklich eine große Freude gewesen, habe es heute an einem Tag verschlungen. Dein „Setting“ geht absolut auf, die Konzentration auf zwei Figuren und einen Schauplatz funktioniert wunderbar – es ist wie ein Kammerspiel und ich hatte das Gefühl, als Leser die ganze Zeit dabei sein zu dürfen. Du erzählst das alles sehr stringent und nachvollziehbar, die beiden Charaktere werden plastisch!

    Mir hat sehr gefallen, wie hier (um eine Jahrhundertwende, die das ja vermutlich verstärkt) zwei Generationen mit unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben, der Kunst und dem Lieben aufeinandertreffen.
    Gewissermaßen ist deine Geschichte durch den Hausarrest ja wirklich uns allen ganz nah zurzeit mit Lockdowns und Ausgangssperren. Da ist man gezwungen, sich mit sich selbst und dem „Wesentlichen“ auseinander zu setzen. Ich mochte auch sehr den Blick in die ferne, zerfallene Vergangenheit von Pompeji, einer toten Vergangenheit („Wo kein Leben ist, kann auch kein Sterben sein“) im mehrfachem Sinne, als zerstörte Stadt und auch als „nicht-lebendiges“ Gemälde. Das macht alles ganz viele Assoziationsräume auf – auch in Wechselspiel mit dem gerade entstehenden, im Werden bestehenden Porträt des Vaters, der dadurch aber auch in eine Vergangenheit gesetzt wird – ent-lebendigt wird… Ich stelle mit beim Lesen viele Fragen zum Wesen der Kunst und denke, dass wir heute natürlich noch ein paar Gedankengänge weiter sind als die Protagonisten deiner Geschichte: Es geht ja heute weder darum, die Wirklichkeit beschönigt darzustellen noch sie wahrhaftig darzustellen.

    Du siehst, ich bin mal wieder zum Grübeln angeregt 🙂 Vielen Dank! Es war eine Freude.

    Bene

Füge deine Bewertung hinzu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.