SEITZ – Die Geschichte eines Schweizer Söldners und Bandenführers

(3 Kundenbewertungen)

30.00CHF

Beschreibung

Seine roten Haare bestimmten zeitlebens, wie er von seiner Umgebung wahrgenommen wurde.

Aufgeweckt, mitunter mit naivem Charme und voller Tatendrang will der 17-jährige die Welt entdecken. Seine rotblonden Locken, die er mit souveräner Geste aus dem Gesicht zu schieben weiss, öffnen ihm mancherorts die Herzen.

Jahre und Erfahrungen später, als vereinzelte graue Strähnen die goldene Strahlkraft seiner Mähne verblassen lassen, ist es immer noch das rote Haar, woran er gemessen und beurteilt wird. Als roter Teufel wird er jetzt gefürchtet und erbarmungslos gejagt.

Im Bayerischen Erbfolgekrieg 1779 auf den Schlachtfeldern in Böhmen, Schlesien und Preussen; beim Trockenlegen der Sümpfe in der Charente und als Schweizergardist während der grossen Revolution in Paris, später auf Korsika; im Nahkampf gegen Bonapartes Armee im Piemont und als Zubringer junger Rekruten über die Alpen nach Genua – mehrmals verwundet, eingekerkert, gedemütigt und in der Seele verletzt – wurde aus einem einst lebensfrohen jungen Mann aus Chur ein gefürchteter Räuber und Bandenführer, der um das Jahr 1800 das Berner Seeland terrorisierte.

Joseph Seitz war einst ausgezogen aus der Enge der Berge, um die Welt zu entdecken. Geblieben ist ihm nichts, ausser die Erinnerungen an einige flüchtige Liebschaften; aber im Leben angekommen ist er nie.

 

296 Seiten
Hardcover gebunden
1. Auflage April 2024
Satz und Cover: Stefan Wegmüller, atelierste.net, Basel

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0.440 kg

3 Bewertungen für SEITZ – Die Geschichte eines Schweizer Söldners und Bandenführers

  1. Felix Rübel

    Sehr geehrter Herr Adams
    Ich möchte Ihnen für diesen spannenden Roman gratulieren, er war sowohl lehrreich (was für eine Zeit, was für ein Leben) als auch unterhaltsam zu lesen. Auch wenn ich es mir eigentlich voll bewusst bin, so staune ich doch immer wieder, wie sich das Leben in den gut zweihundert Jahren völlig verändert hat.

    Man merkt, dass Ihrem Buch aufwendige Archivarbeit zugrunde liegt, dass Sie sich aber zwischendurch die Freiheit nehmen, die Quellentexte und damit die Figuren in eine Umgebung zu setzen, wie sie hätte sein können. So wird es zum Roman, ohne dass die historische Genauigkeit darunter leidet.

  2. Marianne Odok

    Seitz – der Buchumschlag mit der Ratte ist wie eine geheimnisvolle Warnung an die LeserInnen.
    Es dauert nicht lange in diesem Roman, bis man völlig in den Bann dieses jähzornig-kühnen, abweisend-verführerischen, brutal-zärtlichen, naiv-schlauen Joseph Seitz gezogen wird. Was für ein wildes Leben!
    Werner Adams ist ein Meister des historischen Romans. Er holt seine Protagonisten aus den verstaubten Archiven und haucht ihnen pralles Leben ein, so dass sie ihre vergessene Geschichte erzählen können. Er formt sie zu hinreissenden Persönlichkeiten mit all ihren Stärken und Schwächen.
    Dieses Buch ist auch eine Mahnung an die Menschen, dass Kriege immer sehr zerstörerisch sind für die ganze Gesellschaft, nicht nur für die Soldaten, die einander auf dem Schlachtfeld bekämpfen.
    Schliesslich muss man anmerken, dass unser schönes friedliches Land vor nicht allzu langer Zeit ein Kriegsschauplatz gewesen ist.
    Seitz ist ein sehr berührender, meisterhaft geschriebener, Anti-Kriegs-Roman.

  3. Benedikt Arnold

    Die Lektüre der Erzählung um Joseph Seitz war ein großes Vergnügen. Welch eine spannende Biografie, welch ein wildes Leben. Das ist unvorhersehbar, wild und doch ruhig und einfühlsam erzählt. Das Eindenken in die Zeit und den Protagonisten wird auf jeder Seite deutlich. Spannend ist, den schleichenden Prozess der Veränderung dieses Menschen zu verfolgen – ganz eindeutig nochmal gegen Ende des Buchs, als er sein Leben Revue passieren lässt und da eigentlich resignieren muss. Dieses „Niemals-Ankommen“, das am Anfang noch ein verlockendes Abenteuer-Leben zu sein schien, ist dann ein berührendes und unvermeidliches Ende. Wir begleiten einen Menschen, der viel erlebt und mit vielen anderen Menschen in Kontakt getreten ist, denen er sich anvertraut und die er begleitet hat. Und doch ist er immer alleine geblieben.

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